

von
Daniel Gschwend
Executive Partner
Sehr geehrte Leserin Sehr geehrter Leser
Als unabhängiger Vermögensverwalter wollen wir auch im Denken frei sein. Wir müssen politisch nicht korrekt sein, wir sagen unsere ehrliche Meinung. Bereits der bekannte chinesische Philosoph und Dichter Konfuzius sagte: „Wer an die Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen“. Diese Weisheit ist uns Leitmotiv für unsere Kunden kritisch und aufmerksam zu sein. In unserer Publikation „watching beyond the edge“ wollen wir Ihnen Informationen, welche über den Tellerrand hinausgehen, aufzeigen. Vielleicht helfen Ihnen diese bei Ihren Anlageentscheiden.
Ihr forClients Partner Team

Wenn alle das Gleiche denken, dann kommt es bekanntlich oft anders
Nun ja, was denken den «alle»? Die grossen Wall Street Häuser gehen von einem erneut starken US-Aktienmarkt für das Jahr 2026 aus. Die Prognosen bewegen sich in einem Bereich von +5% bis +15%. Was angesichts der hohen Bewertungen sehr ambitiös ist. Viele Marktkommentatoren und Investment-Gurus sprechen zudem offen von einer AI Bubble. Wann diese Bubble aber platzt, weiss und getraut sich niemand zu prognostizieren.
Die Vorzeichen für ein starkes Aktienjahr 2026 stehen eigentlich gut. Wir wissen, dass enorm viel Geld über fiskalischen Stimulus in die Wirtschaft fliessen wird. Die USA und Deutschland werden hier den Takt angeben. Jede Zurückhaltung was Schulden und Investitionsprogramme betrifft, sind längst vom Tisch. Mehr Geld = steigende Aktienkurse. Eine einfache Kausalität oder doch nicht? Der Aktienmarkt bewegt sich nicht nach den bekannten Fakten, sondern nach Erwartungen. Wie viele (positive) Erwartungen sind bereits in den Kursen enthalten? Dies ist die wichtige Frage. Sollte dies bereits zu optimistisch sein und dann zu Enttäuschungen führen, dann könnte das Jahr 2026 etwas ruppiger ausfallen. Und noch ruppiger wird es, wenn geopolitische Scharmützel inkl. «Friendly Fire» hinzukommen.
Unsere Haltung ist eine vorsichtig optimistische. Einerseits kann es sehr gut sein, dass die Techtitel und die AI Bubble weiter aufgeblasen werden, weil diese noch zu jung zum Platzen ist (obwohl schon steil genug zum Platzen) und weiterhin Hunderte von Milliarden investiert werden. Diese Investitionen müssen sich dann in den kommenden 3 bis 5 Jahren in höheren Gewinnen bemerkbar machen, sonst platzt die Blase.
Einerseits denken bereits einige (ohne es zu sagen), dass die AI Bubble vielleicht bereits im Jahr 2026 platzen könnte und stehen noch abseits und andererseits wird die globale wirtschaftliche Erholung im Jahr 2026 (nominales GDP) vielleicht unterschätzt. Beides könnte für das Jahr 2026 noch einmal Benzin in das Börsenfeuer bedeuten und die Kurse sogar über die optimistischsten Erwartungen katapultieren.
Der Edelmetallmarkt hat das Spiel mit dem vielen Geld und Gier an den Aktienmärkten aber durchschaut. Die Kurse von Gold, Silber, Palladium und Platin gehen gerade senkrecht nach oben. Das es wichtig und fundamental sinnvoll ist, Edelmetalle in den Portfolios zu halten, dies empfehlen wir seit vielen Jahren.
Eine gute «Lösung» für das Anlagejahr 2026 könnte sein, einerseits Edelmetalle weiterhin zu halten und in Schwächephasen weiter zu erhöhen und andererseits auch die Aktienquote hochzuhalten. Bei den Aktien liegt die Kunst nun darin, regelmässig Gewinne in den bereits hoch bewerteten Tech-Aktien abzuschöpfen und die Gewichtung in defensiven Value-Aktien zu erhöhen. So ist man einerseits im Markt mit dabei und baut andererseits stufenweise den Aktienanteil in Aktien mit attraktiven Bewertungen und hohen Dividendenrenditen auf. Es geht also um Optimierung und nicht Maximierung. Diese Vorgehensweise sollte einen gewissen Schutz bieten, falls es eben doch anders als erwartet kommt. Was insbesondere bei den sehr hoch bewerteten Tech-Aktien der Fall sein könnte. Hier gibt es bereits viele Warnzeichen und Ähnlichkeiten zur Internet-Euphorie des Jahres 2000 und dem abrupten Platzen dieser Blase.
Die "Mutter aller Anlageblasen"
Die Vergangenheit wiederholt sich nie exakt gleich, aber ist oft sehr ähnlich im Verlauf. Momentan baut sich eine extreme Spekulationsblase im Bereich der künstlichen Intelligenz auf. Hier muss nun bald durch konkrete produktivere Produkte und Dienstleistungen geliefert werden.
Diese Liquiditätsflut könnte eine weitere Blase schüren. „Der Investech AI Index hat von einer Welle von Ankündigungen über „Aktien-Hype“ profitiert. Diese Ankündigungen von Transaktionen lassen sich jedoch auf etwas weit weniger Attraktives zurückführen, was an vergangene Blasen erinnert: heimtückische Verkäuferfinanzierungen, zirkuläre Geldströme und die Anhäufung von Fremdkapital.“

Der Markt bewegt sich sehr oft in Zyklen und Kursmuster wiederholen sich regelmässig. Die Ähnlichkeiten aus den Jahren 1949-1968 und 1982-2000 sind nicht von der Hand zu weisen.

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